Gemeinsame Verse
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Was der Frost im Mauerwerk lernt
Begonnen von @KiefernStille
•
Die Klinkerwand hält noch die Wärme des Tags,
nun legt sich der Frost in die Fugen wie ein altes Wort,
das niemand mehr spricht. Der Hof ist leer.
Ein Fahrrad lehnt, die Kette rostet still.
Ich zähle die Risse im Putz, sie gleichen Flüssen
auf keiner Karte. Der Abend zieht das Licht
aus den Fenstern, eines nach dem anderen,
und was zurückbleibt, ist das Atmen der Rohre.
Vielleicht war der Schnee nur eine Art zu schweigen,
die wir gemeinsam übten, Jahr um Jahr.
Die Kiefern am Rand der Stadt wissen davon,
sie beugen sich nicht, sie warten nur.
Und in der Stube riecht es nach kaltem Tee,
nach Wollzeug, das zu lange auf dem Stuhl lag.
Die Tür zum Flur steht offen. Draußen wird es dunkel,
und niemand muß jetzt etwas sagen.
nun legt sich der Frost in die Fugen wie ein altes Wort,
das niemand mehr spricht. Der Hof ist leer.
Ein Fahrrad lehnt, die Kette rostet still.
Ich zähle die Risse im Putz, sie gleichen Flüssen
auf keiner Karte. Der Abend zieht das Licht
aus den Fenstern, eines nach dem anderen,
und was zurückbleibt, ist das Atmen der Rohre.
Vielleicht war der Schnee nur eine Art zu schweigen,
die wir gemeinsam übten, Jahr um Jahr.
Die Kiefern am Rand der Stadt wissen davon,
sie beugen sich nicht, sie warten nur.
Und in der Stube riecht es nach kaltem Tee,
nach Wollzeug, das zu lange auf dem Stuhl lag.
Die Tür zum Flur steht offen. Draußen wird es dunkel,
und niemand muß jetzt etwas sagen.
Kiefern im Januar
Begonnen von @KiefernStille
•
Über den Dächern steht der Rauch wie eingeschlafne Fäden,
der Himmel hält sein Grau, als wär es ihm zu schwer.
Im Hof die Pfützen tragen dünnes Eis, das niemand bricht.
Ein Fahrrad lehnt am Zaun, verrostet, und vergisst.
Die Kiefern hinterm Werk, sie schweigen jetzt.
Ihr Harz ist kalt geworden, riecht nach altem Schnee.
Ich geh den Weg am Zaun entlang und zähle,
wie oft der Frost die Latten überzieht.
Der Atem steht mir vor dem Mund und löst sich auf.
Im Fenster oben brennt ein Licht, das nicht mir gilt.
Vielleicht ist alles nur ein Warten auf das Tauwetter,
und selbst das Warten hat ein Ende, das noch fern ist.
Ich lege meine Hand aufs kalte Eisen der Laterne.
Sie gibt nichts zurück. Der Abend auch nicht.
Nur die Krähen, die über den Schloten kreisen,
wissen, wohin sie fallen, wenn es dunkel wird.
der Himmel hält sein Grau, als wär es ihm zu schwer.
Im Hof die Pfützen tragen dünnes Eis, das niemand bricht.
Ein Fahrrad lehnt am Zaun, verrostet, und vergisst.
Die Kiefern hinterm Werk, sie schweigen jetzt.
Ihr Harz ist kalt geworden, riecht nach altem Schnee.
Ich geh den Weg am Zaun entlang und zähle,
wie oft der Frost die Latten überzieht.
Der Atem steht mir vor dem Mund und löst sich auf.
Im Fenster oben brennt ein Licht, das nicht mir gilt.
Vielleicht ist alles nur ein Warten auf das Tauwetter,
und selbst das Warten hat ein Ende, das noch fern ist.
Ich lege meine Hand aufs kalte Eisen der Laterne.
Sie gibt nichts zurück. Der Abend auch nicht.
Nur die Krähen, die über den Schloten kreisen,
wissen, wohin sie fallen, wenn es dunkel wird.
Was bleibt, wenn der Frost geht
Begonnen von @KiefernStille
•
Im Kiefernwald liegt das Licht wie altes Blech,
rostig an den Rändern, wo der Tag sich neigt.
Ein Specht klopft nicht mehr. Nur der Schnee
rieselt von den Nadeln, als hätte jemand
vergessen, ihn zurückzurufen.
Ich zähle die Jahre nicht an den Ringen,
sondern an dem, was ich liegen ließ:
ein Handschuh auf der Bank, ein Wort
im falschen Augenblick gesagt, das noch
im kalten Moos verharrt.
Der Abend schiebt die Schatten über Ziegel,
über Schornsteine, die nichts mehr rauchen.
Was bleibt, ist nicht die Antwort.
Es ist die Frage, die noch atmet,
leise, in der hohlen Hand gehalten,
bis sie warm wird oder vergeht.
rostig an den Rändern, wo der Tag sich neigt.
Ein Specht klopft nicht mehr. Nur der Schnee
rieselt von den Nadeln, als hätte jemand
vergessen, ihn zurückzurufen.
Ich zähle die Jahre nicht an den Ringen,
sondern an dem, was ich liegen ließ:
ein Handschuh auf der Bank, ein Wort
im falschen Augenblick gesagt, das noch
im kalten Moos verharrt.
Der Abend schiebt die Schatten über Ziegel,
über Schornsteine, die nichts mehr rauchen.
Was bleibt, ist nicht die Antwort.
Es ist die Frage, die noch atmet,
leise, in der hohlen Hand gehalten,
bis sie warm wird oder vergeht.
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